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Geschichte der Dessous

EINE GESCHICHTE DER DESSOUS
(Exzerpt aus „Die Dessous“ von Muriel Barbier und Shazia Boucher, Verlag Parkstone International)

Von der griechischen zur modernen Frau – Was trugen sie unter Ihren Röcken?

Seit der griechisch-römischen Antike tragen die Frauen viele Dessous-Schichten unter ihrer Kleidung. Sie dienen dazu, den Körper zu modellieren und ihren initimen Körperbereich und ihre Reize schwer zugänglich zu machen. Also, entkleiden wie sie!

I) Die Hellenin (1. Jahrhundert vor Christus)
ist alles andere als nackt unter ihrem Chiton, denn darunter trägt sie noch eine Leinentunika, unter der sie mit formgebenden Bändern umwickelt ist: Der Apodesmos stützt und umschließt die Brust, junge Mädchen tragen den Mastodeton, ein schmales, die Büste umschließendes rotes Band, und die den Bauch einschnürende und flach drückende Zona..

II) Die Römerin
verschwindet unter ihren Dessous. Als erstes fällt das Zingulum in Auge, das dazu dient, einen Zipfel des Gewands hochzuhalten. Unter dem hochgezogenen Gewand wird über dem Knie das vollkommen überflüssige Strumpfband sichtbar – schließlich tragen Römerinnen keine Strümpfe. Das Strumpfband dient als Blickfang, ist aus Koketterie mit einem Schmuckstück verziert. Sie trägt unter ihrem Kleid knielange Tunika, die Hüften werden von der Zona eingeschnürt  und die Brust von einem Busenband. Frau mit üppigerem Busen tragen die Mamillare, eine Brustbinde aus Leder, die den Busen platt drückt. Am weitesten verbreitet ist jedoch das Strophium, eine Binde, die die Brüste stützt und umgibt, ohne sie zu komprimieren.  Im antiken Rom gibt es zahlreiche Dessous, unter denen die weiblichen Formen genau so verschwinden wie die Frau auch auf der politischen Bühne nicht zu sehen war.

III) Die Europäerin im 15. Jahrundert
trägt Miederwaren auf der Oberbekleidung: der Surcot, eine über dem Gewand getragene, die Brüste flach drückende und den Bauch betonende Weste. Unter ihrem Gewand trägt die Frau ein die Taille einschnürendes Band. Der Oberkörper steckt in einer Korsage, der Futaine, die noch durch eine kurze Korsage, dem Doublet, und die Brust zusammendrückende Stoffbinden ergänzt wird.  Für Frauen mit Missbildungen gab es sogar Eisenkorsettes. Die Frau des 15. Jhdts. Ist unter ihren Dessous immer noch nackt, geschlossene Wäschestücke finden erst im 16. Jhdt. Allgemeine Verbreitung.

IV) Die Frau der Renaissance
Ist unter ihrem Kleid aus schweren, kostbaren Stoffen aus Italien oder Spanie mit dem Vertugadin bekleidet. Er besteht aus Polstern, Fischbeinreifen, Eisendraht und zuweilen auch aus holz oder Weidenruten, sitzt auf der Taille und gibt demRock Volumen.  Des weiteren gibt es die Basquine, ein mit Fischbein versteiftes Oberteil aus Leinen od. Baumwolle, das bis unter die Halskrause reicht und mit einem Schnürband befestigt wird.  Die Basquine wird über dem Baumwollhemd angelegt, dessen Ende im vermutlich von Katherina von Medici eingeführten Beinkleid (aus luxuriösen Stoffen als Blickfang) steckt. Es umschließt den Körper von der Taille bis zu den Knien. Von der Renaissance an haben die Dessous eine geschlossene Form.

V) Die Frau des 18. Jahrhunderts
zieht keine Beinkleider mehr an, sie ist also unter ihren zahlreichen Unterröcken, die sie ebenso wie das Hemd enthüllt, wieder nackt.
Unterröcke werden zwischen dem Oberrock und der „Panier“ getragen. Je weiter man vordringt, desto viel versprechender werden die Namen der Unterröcke: der Bescheidene, der Verschmitzte und der Verborgene. Die Panier (=“Reifengestell) soll Rundungen betonen und den Umfang des Rocks.
Zur eleganten Kleidung gehört der Schnürleib mit Rücken- oder Frontschnürung. Diesen gibt es in feinen Stoffen und vielen Variationen: mit Träger , rechteckiges, ovales Dekollete für die adelige Frau, schließlich besitzen Frauen einfachen Standes keine Dessous.

VI) Die Frau der Romantik
ist mit zahlreichen Dessous bekleidet. Sie trägt ein nach oben verlängertes Korsett mit Verstärkungen für die Brüste, nach unten reicht es bis über die Hüften. Es besitzt breite Träger und in der Taille wird es mit einem steifen Blankscheit vervollständigt. Zur Schnürung verwendet man nun Metallösen.
Zwischen 1815 und 1840 trägt die Frau unter ihrem Korsett ein knielanges Hemd. Um 1835 bleibt nur noch ein ganz kurzer flacher Ärmelansatz übrig. Die Anzahl der Unterröcke wird immer umfangreicher: bis zu sieben trägt man, je höher der Stand einer Frau desto mehr Unterröcke.
Um 1810 zieht man unter den Unterröcken auch wieder eine Hose an. Sie ist lang , offen im Schritt, gerüscht, mit Spitzenvolant verziert Darunter trägt man die Strupfbänder oder die neuartigen Korsetts mit Strumpfhaltern.

VII) Die Frau um 1900
trägt unter ihrem Kleid die seit dem Ende des 19. Jhdts. Gebräuchliche Untertaille. Dieses eng anliegende Wäschestück wird auf die Taille gearbeitet und gegen 1908 entstehen in Verbindung mit einer Hose oder einem Unterrock die so genannte Hemdhose und das Unterkleid.  Das Korsett ist lang und sehr eng, dass die Frauen sich kaum bücken können. Strumpfbänder sind weiterhin „in“.  Auf der Weltausstellung 1900 kann man schon Büstenhalter sehen, sie mussten allerdings in Verbindung mit einem Korsett getragen werden und sind noch nicht sehr verbreitet.

VIII) Die Frau der 1920er Jahre
Sie trägt weiterhin ein kurzes, taillenbetontes Korsett, das bis unter die Hüften reicht und den Ansatz der Oberschenkel umschließt. Die Brust wird unter Plattmachern versteckt. Unter dem Korsett wird das Hemdröckchen und die Hemdhose getragen. Die Kleider werden kürzer und man trägt schwarze, weiße oder hautfarbene Seidenstrümpfe, tw. mit bunten Mustern bestickt.. 1924: Der Schlafanzug für Frauen entsteht!
Die beginnende Befreiung in der Damenbekleidung wird zwischen den beiden Weltkriegung durch das Aufkommen des kürzeren Rocks und die Enthüllung der Beine angekündigt.

VIIII) Die elegante Dame der 50er Jahre
Sie trägt eine Guépière, die durch einen Büstenhalter mit Stützbalconnets ergänzt wird. Sie kann sich nun für den weit verbreiteten BH entscheiden. Statt des Hemds zieht man über die Miederwaren Unterkleider an. Das Beinkleid wird von eng anliegenden Schlüpfern abgelöst. Damit ist die Damenunterwäsche nun vollständig.
Nach dem 2. Weltkrieg verringert sich die Anzahl der Dessous und es wird immer weniger zwischen Miederwaren und Unterwäsche unterschieden.

X) Die junge Frau der 60er Jahre
Ist leicht bekleidet und zieht wesentlich weniger Dessous an als ihre Mutter. Sie trägt BH und Panty mit Bauch-Weg-Effekt. Manchmal sind an der Innenseite des Panty Strumpfhalter befestigt.
Der noch heute übliche BH mit Schlüpfer entstammt den 60er Jahren. Trotz der geringen Anzahl an Wäschestücken verhüllen die Dessous den weiblichen Körper bis zum Aufkommen des Strings in der 80er Jahren.

XXX) Die Frau des 21. Jhdts.
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